Kuratorisches / Lehraufträge:

Kuratorisches
Als Künstlerin zu kuratieren bedeutet, in verschiedenen Rollen zu agieren und aus verschiedenen Positionen zu reflektieren. Ich begreife das Konzipieren, Kuratieren und Inszenieren als künstlerische Handlung und als Horizonterweiterung, sowohl für mich als auch fürs Publikum. Meine Erfahrungen mit diesem Perspektivenwechsel und Rollentausch sind für mich wichtige Werkzeuge für mein Agieren im Kunstbetrieb und stehen für eine Erweiterung der künstlerischen Praxis. Mein frühes Interesse für Interdisziplinarität und eine breite Ausbildung eröffneten mir Sichtweisen aus verschiedenen Perspektiven, und ermöglichten mir den Rollenwechsel und emanzipatorische Handlungsräume. Der Kaskadenkondensator als komplementärer Kunstort und Künstlerkollektiv bot eine Plattform für das Wechselspiel von Kunstproduktion und Kunstrezeption. Über das Kuratieren und Einladen, lassen sich Netzwerke schaffen. Der Rollentausch ermöglicht die Kontextualisierung der eigenen Arbeit, indem eigene Themen in Umlauf gebracht werden, und Erfahrungen und Ergebnisse wieder in die eigene Arbeit zurückfliessen. Siehe auch www.kasko.ch

Lehraufträge
Das Vermitteln von künstlerischen und performativen Prozessen an Hochschulen für bildende Künste gehört seit 1996 zu meinen zentralen Anliegen. In der Performance-Art spielen die drei Grössen Körper (Geist und Leib), Raum und Zeit und deren Beziehungen zueinander, eine wesentliche Rolle. Die Präsenz in Raum und Zeit ist aber auch Voraussetzung für jede Art von öffentlichem Auftritt und das in-eine-andere-Rolle-Schlüpfen kann und soll erlernt werden. Meiner Meinung nach gehört Performanceunterricht an den Anfang jeder Kunstausbildung, ermöglicht er doch den Studierenden, ihren eigenen Körper als Werkzeug für eine Kunstarbeit zu begreifen.
Aus meiner Erfahrung als Performance-Künstlerin und als Assistentin von Marina Abramovic gebe ich in meinem Unterricht Einblick in verschiedene Körper-, Atem-, Stimm- und Konzentrationstechniken, dies als Vorbereitung für die körperliche und geistige Präsenz in Raum und Zeit. Die Übungen dazu stammen aus verschiedenen Bereichen der Wahrnehmungsschulung. In anderen Übungen und Aufgabenstellungen geht es in Theorie und Praxis um Eckpunkte, die für eine (Live)-Performance wichtig sind: Konzept, Purifizierung der Idee, Einsatz der Mittel, Klarheit über eine allfällige Dramaturgie. Das Medium Video wird zu Lehrzwecken, d.h. zur unmittelbaren (Selbst)Kontrolle eingesetzt. Die Videokamera begleitet den Prozess und bietet Material zur Reflexion, kann aber, je nach Aufgabenstellung, auch ins Zentrum des Interesses rücken. Videobeispiele und auf Video dokumentierte Performances aus der aktuellen Kunst ergänzen den Unterricht.